Intrige (2019)
Zur Watchlist hinzufügenKurzüberblick
| Regie | Roman Polanski |
|---|---|
| Genre | Historie, Drama, Thriller |
| Laufzeit | 132 Minuten |
| Erscheinungsdatum | 2019-09-30 |
| Altersfreigabe | FSK 12 |
| Budget | 25.300.000 $ |
| Einspielergebnis | 18.899.214 $ |
| TMDB-Bewertung | 7,1 (1.626 Stimmen) |
Trailer
Worum es geht
1894 wird Hauptmann Alfred Dreyfus wegen Hochverrats verurteilt und auf die Teufelsinsel gebracht.
Ein Jahr später übernimmt Georges Picquart die Leitung des französischen Geheimdienstes und stößt auf Ungereimtheiten im Verfahren. Er stellt fest, dass nicht Dreyfus das belastende Dokument verfasst hat, sondern Major Ferdinand Walsin Esterhazy. Seine Vorgesetzten blockieren eine Wiederaufnahme; Picquart wird verhaftet. Émile Zola veröffentlicht daraufhin seinen Brief „J'accuse" in der Zeitung L'Aurore — und wird selbst verurteilt.
Entstehungsgeschichte
Vorlage ist Robert Harris' Roman „An Officer and a Spy" von 2013. Harris schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Roman Polanski, der Regie führte.
Jean Dujardin spielt Oberst Georges Picquart, Louis Garrel den Hauptmann Alfred Dreyfus, Emmanuelle Seigner die Pauline Monnier, Grégory Gadebois den Hubert-Joseph Henry, Mathieu Amalric den Alphonse Bertillon und André Marcon den Émile Zola.
Die Produktion verzögerte sich mehrfach: Zunächst waren Dreharbeiten 2014 in Warschau geplant, dann 2016 in Paris. Gedreht wurde schließlich vom 26. November 2018 bis zum 28. April 2019 im Großraum Paris — unter anderem im Palais de Justice, in der Kirche Saint-Germain-l'Auxerrois und in der École Militaire; die Szenen auf der Teufelsinsel entstanden in Plougasnou in der Bretagne.
Die Kamera führte Paweł Edelman, die Musik stammt von Alexandre Desplat. Das Budget betrug 24 Millionen Dollar.
Hinter den Kulissen
Der Film erzählt die Dreyfus-Affäre nicht aus Sicht des Verurteilten, sondern aus der seines Aufklärers. Picquart ist kein Sympathisant von Dreyfus; er handelt, weil die Akten nicht stimmen — und wird dafür selbst verhaftet.
Damit verschiebt sich der Gegenstand. Nicht das Unrecht steht im Mittelpunkt, sondern der Apparat, der es verteidigt, nachdem es aufgefallen ist.
Der Antisemitismus, der dem Fall zugrunde liegt, ist dabei nicht Kulisse. Ein jüdischer Offizier wurde zum Opfer eines Justizirrtums, den man aufrechterhielt, obwohl der wahre Verfasser bekannt war.
Zolas „J'accuse" — im Französischen zugleich der Originaltitel des Films — ist der Wendepunkt: der Moment, in dem der Fall die Militärjustiz verlässt und Öffentlichkeit wird.
Einordnung & Wirkung
In Venedig 2019 erhielt der Film den Großen Preis der Jury und wurde mit stehenden Ovationen aufgenommen. Bei den Césars 2020 gewann er in drei Kategorien — Regie, Adaption und Kostümbild — bei zwölf Nominierungen; hinzu kamen vier Nominierungen bei den Europäischen Filmpreisen.
Rotten Tomatoes weist 78 Prozent aus, Metacritic 56 von 100. David Sexton nannte den Film im Evening Standard eine Meisterklasse darin, wie man einen historischen Film macht.
Die Auszeichnungen lösten Proteste aus. Im November 2019 wurden gegen Roman Polanski Vergewaltigungsvorwürfe erhoben; Feministinnen blockierten französische Kinos, und bei der César-Verleihung verließen mehrere Anwesende den Saal, darunter die Schauspielerin Adèle Haenel.
In den USA, Großbritannien, Australien und Neuseeland erschien der Film erst 2025. Bei 24 Millionen Dollar Budget standen 18,9 Millionen Einspielergebnis — wirtschaftlich ein Misserfolg.
Bilder








Besetzung & Stab
- Jean Dujardin als Picquart
- Louis Garrel als Alfred Dreyfus
- Emmanuelle Seigner als Pauline Monnier
- Grégory Gadebois als Henry
- Hervé Pierre als General Gonse
- Wladimir Yordanoff als General Mercier
- Didier Sandre als General Boisdeffre
- Melvil Poupaud als Maître Labori
- Eric Ruf als Sandherr
- Mathieu Amalric als Bertillon
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