Scarface (1983)
Zur Watchlist hinzufügenKurzüberblick
| Regie | Brian De Palma |
|---|---|
| Genre | Action, Krimi, Drama |
| Laufzeit | 170 Minuten |
| Erscheinungsdatum | 1983-12-09 |
| Altersfreigabe | FSK 18 |
| Budget | 25.000.000 $ |
| Einspielergebnis | 66.023.329 $ |
| TMDB-Bewertung | 8,2 (13.439 Stimmen) |
Trailer
Worum es geht
1980 lässt Fidel Castro im Zuge der Mariel-Bootskrise über hunderttausend Kubaner ausreisen, darunter Häftlinge. Tony Montana kommt so nach Miami, arbeitet in einer Imbissbude und übernimmt kurz darauf einen Auftrag, der ihn in den Kokainhandel bringt.
Von dort steigt er auf: erst Handlanger, dann Partner, dann Besitzer eines Anwesens mit eigener Überwachungsanlage und einer Wanne, in der er sitzt, während im Fernsehen Nachrichten laufen. Der Film zeigt diesen Aufstieg über knapp drei Stunden und danach den Zerfall — Kokainsucht, Paranoia, die Besessenheit von seiner Schwester und ein Ende, das er selbst herbeiführt.
Entstehungsgeschichte
Der Film ist eine Neuverfilmung von Howard Hawks' "Scarface" von 1932, der auf Al Capone anspielte. Al Pacino sah das Original in einem Kino, schlug eine Neufassung vor, und Sidney Lumet brachte die entscheidende Idee ein: die Handlung von der Prohibition in den Kokainhandel der Gegenwart zu verlegen und die Hauptfigur zum kubanischen Einwanderer zu machen.
Lumet verließ das Projekt wegen Differenzen über den Ton; Brian De Palma übernahm. Oliver Stone schrieb das Drehbuch — nach eigener Aussage während eines eigenen Kokainentzugs. Die Produktion wollte in Miami drehen, stieß dort aber auf massiven Widerstand kubanischer Verbände und wich nach Los Angeles aus.
Hinter den Kulissen
Die amerikanische Freigabestelle stufte den Film zunächst dreimal so ein, dass ein regulärer Kinostart praktisch ausgeschlossen war. De Palma nahm minimale Kürzungen vor und legte Widerspruch ein; ein Ausschuss, dem unter anderem Fachleute für Drogenpolitik angehörten, gab den Film schließlich frei.
Pacino verletzte sich am Ende der Dreharbeiten schwer an der Hand, als er den Lauf einer heißgeschossenen Waffe anfasste — die Produktion pausierte mehrere Wochen. Für die Kettensägenszene im Badezimmer arbeitete De Palma fast vollständig mit Andeutung: Zu sehen ist kaum etwas, die Wirkung entsteht über Ton und die Kamera, die aus dem Fenster auf die Straße schwenkt. Giorgio Moroder komponierte die Musik auf Synthesizern.
Einordnung & Wirkung
Der Film spielte weltweit rund 66 Millionen Dollar ein und wurde von der Kritik überwiegend abgelehnt — als überlang, überdreht und selbstverliebt.
Seine Wiederentdeckung kam über Videokassette und ab den 1990ern über die Hip-Hop-Kultur, in der Tony Montana zur Aufstiegsfigur wurde: zahllose Textzitate, Plattencover und Musikvideos beziehen sich auf ihn. Diese Aneignung steht in offenem Widerspruch zum Film, der seinen Helden als selbstzerstörerischen Größenwahnsinnigen zeigt — ein Missverständnis, das er mit "Fight Club" und "The Wolf of Wall Street" teilt.
Bilder








Besetzung & Stab
- Al Pacino als Tony Montana
- Steven Bauer als Manny Ray
- Michelle Pfeiffer als Elvira
- Mary Elizabeth Mastrantonio als Gina
- Robert Loggia als Frank Lopez
- Miriam Colon als Mama Montana
- F. Murray Abraham als Omar
- Paul Shenar als Alejandro Sosa
- Harris Yulin als Bernstein
- Ángel Salazar als Chi Chi
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