Der Wolfsjunge (1970)
Zur Watchlist hinzufügenKurzüberblick
| Regie | François Truffaut |
|---|---|
| Genre | Drama, Historie |
| Laufzeit | 83 Minuten |
| Erscheinungsdatum | 1970-02-26 |
| TMDB-Bewertung | 7,1 (315 Stimmen) |
Trailer
Worum es geht
Die Geschichte geht auf eine wahre Begebenheit zurück. Im Sommer 1798 entdeckt eine Frau im Wald einen nackten Jungen, der völlig verwildert ist und offenbar fernab jeder menschlichen Gesellschaft gelebt hat.
Dr. Jean Itard, Arzt und Spezialist für Gehörlose, liest in den Zeitungen von dem Fund und ist sofort gefesselt. Er holt den Jungen zu sich, übernimmt seine Betreuung und Erziehung und gibt ihm den Namen Victor. Unterstützt von seiner Haushälterin versucht Itard, das Kind an die menschliche Gemeinschaft heranzuführen und ihm bestimmte Verhaltensweisen beizubringen. Der Weg ist mühsam, doch nach und nach macht Victor Fortschritte.
Entstehungsgeschichte
François Truffaut inszenierte das Drama, das 1970 erschien. Zur Besetzung gehören Jean-Pierre Cargol, François Truffaut, Françoise Seigner und Jean Dasté. Der Regisseur steht damit selbst vor der Kamera.
Der englische Titel lautet „The Wild Child“ und rückt wie der deutsche das Kind in den Mittelpunkt.
Hinter den Kulissen
Drama und Historie verbinden sich zu einer Geschichte, die ein reales Ereignis aus der Vergangenheit aufgreift. Die Anlage ist bemerkenswert reduziert: Im Zentrum steht die Beziehung zwischen einem Arzt und einem Kind, das außerhalb jeder Gesellschaft aufgewachsen ist. Die Spannung entsteht nicht aus äußeren Ereignissen, sondern aus kleinen Schritten und aus dem geduldigen Versuch, eine Verständigung herzustellen.
Dass der Regisseur selbst zur Besetzung gehört, verrät eine besondere Nähe zum Stoff. Die Konstellation aus Erzieher, Haushälterin und Zögling bildet eine Art Ersatzfamilie, in der Fürsorge und wissenschaftliches Interesse ineinandergreifen. Die Geschichte wirft damit grundlegende Fragen auf: Was macht einen Menschen zum Menschen, und wie viel davon lässt sich lernen. Dass die Fortschritte nur nach und nach kommen, macht Geduld zum eigentlichen Thema der Erzählung.
Einordnung & Wirkung
Das Publikum vergibt im Schnitt 7,1 von 10 Punkten. Die Zahl der Stimmen liegt im Bereich einiger hundert, die Wertung zeigt dennoch eine klar positive Richtung.
56 Jahre nach dem Erscheinen gehört der Film zu den historischen Dramen, die ein belegtes Einzelschicksal ruhig und genau erzählen. Innerhalb des Genres steht er für eine Erzählweise, die auf Beobachtung setzt und das Verhältnis von Natur und Erziehung ohne vorschnelle Antworten betrachtet.
Bilder





Besetzung & Stab
- Jean-Pierre Cargol als Victor, l'Enfant Sauvage
- François Truffaut als Le Dr Jean Itard
- Françoise Seigner als Madame Guerin
- Jean Dasté als Professor Philippe Pinel
- Annie Miller als Madame Lemeri
- Claude Miller als Monsieur Lemeri
- Paul Villé als Remy
- Nathan Miller als Baby Lemeri
- Mathieu Schiffman als Mathieu
- Jean Gruault als Visitor at Institute
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Verfügbarkeit
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