Das Schweigen des Meeres (1949)
Zur Watchlist hinzufügenKurzüberblick
| Regie | Jean-Pierre Melville |
|---|---|
| Genre | Drama, Kriegsfilm |
| Laufzeit | 85 Minuten |
| Erscheinungsdatum | 1949-04-22 |
| TMDB-Bewertung | 7,5 |
Worum es geht
In einem französischen Dorf während der deutschen Besatzung müssen ein alter Mann und seine Nichte einen deutschen Offizier bei sich einquartieren. Werner von Ebrennac ist kultiviert, komponiert in Friedenszeiten Musik und tritt seinen unfreiwilligen Gastgebern mit auffälligem Respekt entgegen. Die beiden Franzosen begegnen ihm mit beharrlichem Schweigen, das zur einzigen Form des Widerstands wird, die ihnen bleibt. Über die Zeit entsteht dennoch eine stumme, nie ausgesprochene Nähe zwischen dem Offizier und der jungen Frau. Nach einem Aufenthalt in Paris kehrt Ebrennac verändert zurück: Was er dort unter seinen Kameraden erlebt hat, widert ihn an. Wie sich diese innere Wende für ihn auswirkt, bleibt hier unerzählt.
Entstehungsgeschichte
Der Film entstand 1949 unter der Regie von Jean-Pierre Melville und zählt zu den frühen Arbeiten seines Werks. In den Hauptrollen sind Howard Vernon, Nicole Stéphane, Jean-Marie Robain und Amy Aaröe zu sehen.
Hinter den Kulissen
Die Verbindung von Drama und Kriegsfilm erzeugt hier eine besondere Spannung: Statt Fronthandlung oder offener Gewalt steht ein Kammerspiel im Zentrum, das seine Konflikte über Blicke, Gesten und eben das titelgebende Schweigen austrägt. Dass ein einzelner Raum, ein Haus und drei Figuren ausreichen, um die Besatzungssituation begreifbar zu machen, verweist auf eine Erzählweise, die auf psychologische Verdichtung statt auf äußere Ereignisse setzt. Die Konstellation aus einem einzelnen, moralisch komplexen Besatzer und einer zum Schweigen verurteilten Familie macht deutlich, dass der Film weniger an militärischen Vorgängen als an der inneren Zerreißprobe seiner Figuren interessiert ist.
Einordnung & Wirkung
Mit einer Durchschnittsbewertung von 7,5 bei einer noch überschaubaren Zahl abgegebener Stimmen bewegt sich der Film im oberen Bereich seiner Genrekombination. Seit seiner Entstehung 1949 sind mittlerweile deutlich mehr als sieben Jahrzehnte vergangen, was ihn zeitlich klar von späteren Auseinandersetzungen mit dem Thema Besatzung unterscheidet. Innerhalb des Kriegsfilms nimmt er durch seine zurückgenommene, auf Dialogverweigerung und Zwischentöne setzende Erzählweise eine eigene Position ein.
Bilder







Besetzung & Stab
- Howard Vernon als Werner von Ebrennac
- Nicole Stéphane als La Nièce
- Jean-Marie Robain als L'Oncle
- Amy Aaröe als La Fiancée
- Georges Patrix als L'Ordonnance
- Denis Sadier als L'Ami
- Rudelle als L'Allemand
- Max Fromm als L'Allemand
- Claude Vernier als L'Allemand
- Max Hermann als L'Allemand
Weitere Filme von Jean-Pierre Melville
Ähnliche Titel
Verfügbarkeit
Aktuell bei keinem bekannten Streaming-Anbieter im Abo verfuegbar.