Uranus (1990)
Zur Watchlist hinzufügenKurzüberblick
| Regie | Claude Berri |
|---|---|
| Genre | Drama, Komödie |
| Laufzeit | 100 Minuten |
| Erscheinungsdatum | 1990-12-12 |
| TMDB-Bewertung | 6,7 (107 Stimmen) |
Worum es geht
In einer französischen Provinzstadt, kurz nach Kriegsende, ist von Aufbruch wenig zu spüren. Stattdessen prallen alte Feindschaften aufeinander: Gaullisten, ehemalige Anhänger der Vichy-Regierung und Widerstandskämpfer belauern sich, rechnen ab oder versuchen, sich neu zu erfinden. Mittendrin ein Trunkenbold, der zwischen den Fronten zerrieben wird, ohne selbst zu einer der Seiten zu gehören. Die Gemeinde, die sich hier zeigt, besteht aus Scheinheiligen, Eifrigen, Böswilligen und selbsternannten Saubermachern – eine Gesellschaft, die sich lieber mit Schuldzuweisungen als mit Selbstprüfung beschäftigt.
Entstehungsgeschichte
Der Film entstand 1990 unter der Regie von Claude Berri. Zur Besetzung zählen Michel Blanc, Gérard Depardieu, Jean-Pierre Marielle und Philippe Noiret. Angaben zur Altersfreigabe liegen nicht vor.
Hinter den Kulissen
Die Kombination aus Drama und Komödie passt zu einem Stoff, der historische Schuld und menschliche Kleinlichkeit nebeneinanderstellt, ohne eindeutig Position zu beziehen. Die Beschreibung als Posse mit satirischem Blick deutet an, dass hier weniger die politische Aufarbeitung selbst als das Verhalten der Menschen in ihrem Umfeld im Zentrum steht – ihre Anpassungsfähigkeit, ihre Heuchelei, ihre kleinen und großen Racheakte. Dass der Film als weitgehend positionslos beschrieben wird, passt zu einer Erzählweise, die aus der Fülle ihrer Figuren lebt statt aus einer klaren moralischen Linie. Vier profilierte Schauspieler in den Hauptrollen sprechen dafür, dass die Geschichte auf ein Ensemble unterschiedlicher Charaktere setzt, durch die sich das Bild der Nachkriegsgesellschaft zusammensetzt.
Einordnung & Wirkung
Mit einer Bewertung von 6,7 bewegt sich der Film im soliden Mittelfeld, wobei die Basis der Stimmen bislang schmal bleibt und das Urteil damit nur bedingt repräsentativ ist. Mehr als drei Jahrzehnte nach seiner Entstehung lässt sich der Titel als ein Beispiel dafür lesen, wie das französische Kino die unmittelbare Nachkriegszeit nicht als heroische Epoche, sondern als moralisches Durcheinander schildert. Innerhalb der Kombination aus Drama und Komödie steht er für einen Ton, der Ernst und Ironie nebeneinander bestehen lässt, statt sich für eine Seite zu entscheiden.
Bilder

Besetzung & Stab
- Michel Blanc als Gaigneux
- Gérard Depardieu als Léopold
- Jean-Pierre Marielle als Archambaud
- Philippe Noiret als Watrin
- Michel Galabru als Monglat
- Gérard Desarthe als Maxime Loin
- Danièle Lebrun als Mme Archambaud
- Fabrice Luchini als Jourdan
- Daniel Prévost als Rochard
- Myriam Boyer als Mme Gaigneux
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Verfügbarkeit
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