Tagebuch einer Kammerzofe (1964)
Zur Watchlist hinzufügenKurzüberblick
| Regie | Luis Buñuel |
|---|---|
| Genre | Drama, Komödie |
| Laufzeit | 97 Minuten |
| Erscheinungsdatum | 1964-03-04 |
| Altersfreigabe | FSK 12 |
| Einspielergebnis | 17.754 $ |
| TMDB-Bewertung | 7,1 (244 Stimmen) |
Worum es geht
Die junge Pariserin Célestine tritt in den 1930er Jahren, während der Faschismus in Frankreich an Boden gewinnt, eine Stelle als Kammerzofe auf einem Landgut der Familie Monteil an. Sie trifft auf ein Haus voller verdrängter Begierden und moralischer Verrottung: einen Patriarchen mit einer Vorliebe für Damenschuhe, eine kalte, herrschsüchtige Hausherrin und deren untreuen, frustrierten Ehemann. Als in der Nachbarschaft ein Kind ermordet wird, richtet sich Célestines Verdacht gegen Joseph, den Gärtner mit unverhohlen faschistischer und antisemitischer Gesinnung. Sie beginnt, ihn mit den Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen, in ein Geständnis zu locken, und legt dabei die Doppelmoral und die stille Gewaltbereitschaft der Gutsbewohner offen.
Entstehungsgeschichte
Der Film entstand 1964 unter der Regie von Luis Buñuel. In den Hauptrollen sind Jeanne Moreau als Célestine, Georges Géret als Joseph, Michel Piccoli als der Hausherr und Françoise Lugagne zu sehen. Die Freigabe liegt bei 12 Jahren.
Hinter den Kulissen
Die Mischung aus Drama und Komödie ist hier kein Widerspruch, sondern Methode: Das Groteske der Figuren – der Schuhfetischist, die frigide Herrin, der untreue Ehemann – wird mit einer Beiläufigkeit erzählt, die das Komische aus dem Abgründigen zieht. Dass eine Kammerzofe zur Ermittlerin wird, verschiebt die übliche Perspektive auf das Bürgertum: Die Geschichte wird nicht von oben, sondern aus der Dienstbotenperspektive erzählt, wodurch Klassenverhältnisse und ihre Heuchelei sichtbar werden. Die Verbindung von häuslicher Dekadenz mit einem politischen Klima des aufkommenden Faschismus setzt die privaten Perversionen der Monteils in einen größeren gesellschaftlichen Rahmen, ohne dass der Film dies explizit ausformulieren muss – die Konstellation der Figuren trägt die Aussage bereits in sich.
Einordnung & Wirkung
Mit einer Bewertung von 7,1 bei einer noch begrenzten Zahl abgegebener Stimmen steht der Film auf einer soliden, aber nicht sehr breiten Publikumsbasis. Seit seiner Entstehung 1964 liegen inzwischen weit über sechzig Jahre zurück, was ihn in die frühere Schaffensphase seiner Regie einordnet. Innerhalb der Kombination aus Gesellschaftsdrama und bitterer Komödie nimmt er eine Position ein, die das Groteske einer bürgerlichen Fassade mit einer kriminalistischen Rahmenhandlung verknüpft, ohne dabei auf reine Unterhaltung zu setzen.
Bilder








Besetzung & Stab
- Jeanne Moreau als Céléstine
- Georges Géret als Joseph
- Michel Piccoli als Monsieur Monteil
- Françoise Lugagne als Madame Monteil
- Jean Ozenne als Monsieur Rabour
- Daniel Ivernel als Captain Mauger
- Bernard Musson als Le sacristain
- Gilberte Géniat als Rose
- Jean-Claude Carrière als Le curé
- Muni als Marianne
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Verfügbarkeit
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