Auch Zwerge haben klein angefangen (1971)
Zur Watchlist hinzufügenKurzüberblick
| Regie | Werner Herzog |
|---|---|
| Genre | Komödie, Drama |
| Laufzeit | 96 Minuten |
| Erscheinungsdatum | 1971-02-02 |
| Budget | 200.000 $ |
| TMDB-Bewertung | 6,4 (127 Stimmen) |
Trailer
Worum es geht
In einem abgelegenen Erziehungsheim, mitten in einer kargen Provinz, steht ein Ausflug bevor. Einige der kleinwüchsigen Insassen dürfen aus disziplinarischen Gründen nicht mitkommen. Als der Direktor mit den meisten Zöglingen das Gelände verlässt, nutzen die Zurückgebliebenen die Gelegenheit: Sie brechen aus der gewohnten Ordnung aus. Ohne einen greifbaren Gegner, an dem sich ihr Aufbegehren festmachen liesse, entlädt sich ihre Wut in ziellosen Zerstörungsakten. Der verbliebene Erzieher nimmt einen der Rädelsführer fest und verschanzt sich auf dem Gelände. Die Aggression der Aufständischen richtet sich zunehmend auch gegeneinander, die Aktionen laufen im Kreis, bis die Revolte in sich zusammenbricht.
Entstehungsgeschichte
Der Film entstand 1971 unter der Regie von Werner Herzog. In den Hauptrollen sind Helmut Döring, Paul Glauer, Gisela Hertwig und Hertel Minkner zu sehen.
Hinter den Kulissen
Die Kombination aus Komödie und Drama kündigt bereits an, dass hier nicht auf klare Tonalität gesetzt wird: Komisches und Bedrohliches liegen nah beieinander. Die Anlage der Geschichte – ein geschlossener Ort, eine Autorität, die kurz die Kontrolle verliert, und eine Gruppe, die diese Lücke füllt – erzeugt ein Kammerspiel ohne äusseren Feind. Dass die Wut der Aufständischen sich am Ende gegen sich selbst richtet statt gegen ein klares Ziel, macht aus dem Aufstand keine befreiende Erzählung, sondern eine Schilderung von Ordnung und ihrem Zerfall ohne Auflösung im klassischen Sinn. Die Beschreibung als irritierend und surrealistisch weist darauf hin, dass konventionelle Dramaturgie hier bewusst verlassen wird, zugunsten von Bildfolgen, die auf Verstörung statt auf Identifikation zielen.
Einordnung & Wirkung
Mit einer Durchschnittsbewertung von 6,4 bei einer eher schmalen Bewertungsbasis bewegt sich der Titel im mittleren Bereich, was angesichts seiner sperrigen, konsequent unkonventionellen Anlage wenig überrascht – ein Film, der auf Grenzüberschreitung statt auf breite Zustimmung zielt, wird kaum einhellig goutiert. Mit über fünfzig Jahren Abstand zum Erscheinungsjahr 1971 steht der Titel heute als frühes Beispiel für eine Erzählweise, die sich bewusst gegen glatte Genrekonventionen von Komödie und Drama stellt und stattdessen auf verstörende Bildlichkeit setzt.
Bilder





Besetzung & Stab
- Helmut Döring als Hombré
- Paul Glauer als Erzieher
- Gisela Hertwig als Pobrecita
- Hertel Minkner als Chicklets
- Gertrud Piccini als Piccini
- Marianne Saar als Theresa
- Brigitte Saar als Cochina
- Gerd Gickel als Pepe
- Erna Gschwendtner als Azucar
- Gerhard Maerz als Territory
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Verfügbarkeit
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