Die zwölf Geschworenen (1957)
Zur Watchlist hinzufügenKurzüberblick
| Regie | Sidney Lumet |
|---|---|
| Genre | Drama |
| Laufzeit | 96 Minuten |
| Erscheinungsdatum | 1957-04-10 |
| Altersfreigabe | FSK 12 |
| Budget | 397.751 $ |
| Einspielergebnis | 4.360.000 $ |
| TMDB-Bewertung | 8,6 (10.383 Stimmen) |
Trailer
Worum es geht
Ein achtzehnjähriger Junge aus einem Armenviertel steht wegen Mordes an seinem Vater vor Gericht. Die Beweislage wirkt eindeutig: zwei Augenzeugen, ein Tatmesser, ein Motiv. Nach der Verhandlung ziehen sich zwölf Geschworene an einem heißen Nachmittag in einen Raum ohne funktionierenden Ventilator zurück.
Beim ersten Stimmungsbild votieren elf für schuldig. Der zwölfte erklärt, er sei nicht überzeugt vom Gegenteil, aber ein Menschenleben sei eine Stunde Gespräch wert. Der Film spielt anschließend fast vollständig in diesem Raum und zerlegt Zeugenaussage für Zeugenaussage — wobei sich zeigt, dass die Urteile der Geschworenen mehr über sie selbst aussagen als über den Fall.
Entstehungsgeschichte
Reginald Rose schrieb den Stoff zunächst als Fernsehspiel, das 1954 live gesendet wurde; die Idee entstand aus seiner eigenen Erfahrung als Geschworener. Henry Fonda sah die Sendung und gründete eigens eine Produktionsfirma, um sie als Kinofilm zu realisieren.
Sidney Lumet, der aus dem Live-Fernsehen kam, übernahm seine erste Regiearbeit für das Kino. Das Budget lag bei rund 350.000 Dollar, gedreht wurde in etwa siebzehn Tagen. Fonda investierte eigenes Geld und verlor es zunächst — der Film war an der Kasse ein Misserfolg.
Hinter den Kulissen
Lumet entwickelte für den Raum ein optisches Verfahren, das er später ausführlich beschrieben hat: In der ersten Hälfte drehte er von oben mit weitwinkligen Objektiven, sodass der Raum groß wirkt. Im Verlauf senkte er die Kamera schrittweise auf Augenhöhe und darunter und wechselte zu längeren Brennweiten, die den Hintergrund zusammenziehen. Die Decke kommt gegen Ende ins Bild. Der Raum wird dadurch spürbar enger, ohne dass sich etwas an ihm ändert.
Vor dem Dreh probte das Ensemble zwei Wochen wie an einem Theater und spielte die Handlung mehrfach im Zusammenhang durch. Die Namen der Geschworenen fallen im gesamten Film nur zweimal, ganz am Ende.
Einordnung & Wirkung
Der Film war für drei Oscars nominiert, darunter bester Film und beste Regie, gewann aber keinen; er startete gegen "Die Brücke am Kwai". In Berlin erhielt er den Goldenen Bären.
Er gilt als eines der meistgenutzten Lehrmittel überhaupt: in Jurastudiengängen zu Beweiswürdigung und Vorurteilen, in der Sozialpsychologie zu Gruppendruck und Konformität, in Rhetorikseminaren zur Argumentation. Zahlreiche Länder haben eigene Fassungen produziert. Dass ein Film mit einem Schauplatz, ohne Musik über weite Strecken und ohne Handlung außerhalb eines Gesprächs so wirksam ist, macht ihn zum Standardbeispiel für dramaturgische Ökonomie.
Bilder








Besetzung & Stab
- Martin Balsam als Juror 1
- John Fiedler als Juror 2
- Lee J. Cobb als Juror 3
- E.G. Marshall als Juror 4
- Jack Klugman als Juror 5
- Edward Binns als Juror 6
- Jack Warden als Juror 7
- Henry Fonda als Juror 8
- Joseph Sweeney als Juror 9
- Ed Begley als Juror 10
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