Die Nacht (1961)
Zur Watchlist hinzufügenKurzüberblick
| Regie | Michelangelo Antonioni |
|---|---|
| Genre | Drama, Liebesfilm |
| Laufzeit | 121 Minuten |
| Erscheinungsdatum | 1961-01-24 |
| TMDB-Bewertung | 7,9 (758 Stimmen) |
Trailer
Worum es geht
Zwei Menschen, in seelischer Leere erstarrt, erkennen die Vergeblichkeit ihrer Ehe und alles Irdischen. Mehr Handlung braucht dieser Film nicht: Er begleitet ein Paar durch eine Zeitspanne, in der sich nicht ereignet, was gewöhnlich Handlung genannt wird, sondern in der sichtbar wird, was längst geschehen ist. Ein Krankenhausbesuch, eine Gesellschaftsparty, die Stadt Mailand als Hintergrund — Stationen, an denen die beiden aneinander vorbeigehen, ohne die Distanz benennen zu können. Ein trüber Morgen sieht sie schließlich in Hilfe suchender Umklammerung, auf der Flucht vor dem Nichts.
Entstehungsgeschichte
Regie führte Michelangelo Antonioni. Der Film erschien 1961 und versammelt Marcello Mastroianni, Jeanne Moreau, Monica Vitti und Bernhard Wicki. Die Zuordnung zu Drama und Liebesfilm beschreibt den Stoff nur zur Hälfte, denn die Liebe kommt hier vor allem als Abwesenheit vor.
Hinter den Kulissen
Die Bausteine sind Untreue, Krankenhaus, Schriftsteller, Gesellschaftsparty, Mailand — und Schwarzweiß als gestalterische Festlegung. Zusammengenommen ergeben sie kein Ereignisgerüst, sondern ein Milieu. Der Film analysiert eine Krankheitserscheinung der Zeit: die Vereinzelung des Menschen und seine Unfähigkeit zur Kommunikation. Erzählerisch heißt das, dass Leerstellen, Wege und Blicke die Arbeit übernehmen, die anderswo Dialoge leisten. Der Schauplatzwechsel zwischen Krankenzimmer und Fest setzt Extreme gegeneinander, ohne sie zu kommentieren. Dass eine der Hauptfiguren als Schriftsteller angelegt ist, verschärft die Diagnose noch: Ausgerechnet jemand, der beruflich mit Sprache umgeht, findet privat keine mehr.
Einordnung & Wirkung
Mit 7,9 von 10 liegt die Bewertung deutlich über dem, was die anderen Werte dieser Größenordnung erreichen, und das bei einer Stimmenbasis, die im dreistelligen Bereich bleibt: ein kleines, aber sehr zugewandtes Publikum. 65 Jahre nach dem Erscheinen ist der zeitliche Abstand erheblich. Der Film gehört zum europäischen Nachkriegskino, und ihm wird eine Faszination zugeschrieben, die bis in die Gegenwart reicht.
Bilder








Besetzung & Stab
- Marcello Mastroianni als Giovanni Pontano
- Jeanne Moreau als Lidia
- Monica Vitti als Valentina Gherardini
- Bernhard Wicki als Tommaso Garani
- Rosy Mazzacurati als Rosy
- Maria Pia Luzi als Un'invitata
- Guido A. Marsan als Fanti
- Vittorio Bertolini
- Vincenzo Corbella als Mr. Gherardini
- Ugo Fortunati als Cesarino
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