Carandiru (2003)
Zur Watchlist hinzufügenKurzüberblick
| Regie | Héctor Babenco |
|---|---|
| Genre | Drama |
| Laufzeit | 146 Minuten |
| Erscheinungsdatum | 2003-04-11 |
| Budget | 4.100.000 $ |
| Einspielergebnis | 10.781.635 $ |
| TMDB-Bewertung | 7,6 (633 Stimmen) |
Worum es geht
Carandiru ist ein berüchtigtes Gefängnis im brasilianischen São Paulo. Geplant für 4000 Menschen, beherbergt es 8000 Insassen — eine Überbelegung, die der Ordnungsmacht die Kontrolle weitgehend entzogen hat. In diesen beengten Verhältnissen hat sich ein eigenes Sozialsystem herausgebildet, mit eigenen Regeln und eigenen Hierarchien.
Der Arzt Varella sucht Carandiru auf, um die Gefangenen über AIDS aufzuklären, das sich unter den Insassen zu einer gefährlichen Seuche zu entwickeln droht. Bei dieser Arbeit lernt er zahlreiche Häftlinge kennen, die ihm nach und nach ihre Hintergründe offenbaren. In Rückblenden werden einige dieser Geschichten geschildert; zusammengenommen ergeben sie das Bild jenes komplexen Regelwerks, das den Ort prägt.
Entstehungsgeschichte
Héctor Babenco hat das episodisch angelegte Gefängnisdrama 2003 herausgebracht. Es beruht auf den Erlebnissen des brasilianischen Arztes Drauzio Varella, der in den 1990er Jahren in Carandiru arbeitete. Die Besetzung führt Luiz Carlos Vasconcelos, Milton Gonçalves, Ivan de Almeida und Aílton Graça auf.
Hinter den Kulissen
Der Film ist ein reines Drama, und seine Motive präzisieren, welcher Art: Gefängnis, Polizeigewalt, Mordversuch, Carandiru-Massaker, São Paulo, Arzt. Die episodische Form ist dabei mehr als eine Bauweise. Wer ein Sozialsystem beschreiben will, kann das nicht an einer einzigen Biografie tun — es braucht viele Stimmen, damit die Regeln überhaupt sichtbar werden. Die Figur des Arztes liefert dafür den nötigen Zugang: Er gehört nicht dazu, hat aber einen Grund, dort zu sein, und einen Beruf, der ihm Vertrauen verschafft. Die Rückblenden setzen dieses Prinzip fort, indem sie jedem Einzelnen eine Vorgeschichte zurückgeben.
Einordnung & Wirkung
7,6 von 10 ist ein hoher Wert, getragen allerdings von einer noch schmalen Bewertungsbasis. 23 Jahre nach dem Erscheinen steht der Film damit als ein ernst genommener Vertreter des Gefängnisdramas da, der einen realen Missstand nüchtern und ohne Beschönigung zum Gegenstand macht.
Bilder






Besetzung & Stab
- Luiz Carlos Vasconcelos als Doutor (Physician)
- Milton Gonçalves als Chico
- Ivan de Almeida als Nego Preto (Ebony)
- Aílton Graça als Majestade (Majesty)
- Maria Luísa Mendonça als Dalva
- Aida Leiner als Rosirene
- Rodrigo Santoro als Lady Di
- Gero Camilo als Sem Chance (No Way)
- Lázaro Ramos als Ezequiel
- Caio Blat als Deusdete
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Verfügbarkeit
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