Der die Zeichen liest (2016)
Zur Watchlist hinzufügenKurzüberblick
| Regie | Кирилл Серебренников |
|---|---|
| Genre | Drama |
| Laufzeit | 118 Minuten |
| Erscheinungsdatum | 2016-04-12 |
| Altersfreigabe | FSK 12 |
| TMDB-Bewertung | 6,5 (172 Stimmen) |
Trailer
Worum es geht
Benjamin besucht eine aufgeklärte staatliche Schule, doch als er sich weigert, am Schwimmunterricht teilzunehmen, steckt dahinter mehr als jugendliche Verlegenheit. Der Anblick leicht bekleideter Mitschülerinnen verletzt seinen frisch entdeckten christlichen Glauben zutiefst. Mit Bibelzitaten und dem Selbstverständnis eines modernen Missionars zieht er gegen Homosexualität, Scheidung und die Evolutionstheorie zu Felde. Während das Kollegium weitgehend nachgibt und erste Zugeständnisse macht, stellt sich allein die Biologielehrerin Elena ihm entgegen. Benjamin aber gibt sich mit kleinen Siegen nicht zufrieden.
Entstehungsgeschichte
„Der die Zeichen liest“ entstand 2016 unter der Regie von Kirill Serebrennikow. Der Film trägt die Altersfreigabe ab 12 Jahren und ist als Drama angelegt. In den zentralen Rollen stehen Pjotr Skvorzov als Benjamin, Viktoria Isakova als Lehrerin Elena, Julia Aug und Anton Wassiljew.
Hinter den Kulissen
Die Geschichte spielt in einem eigentlich säkularen, aufgeklärten Schulsystem, das durch einen einzelnen radikalisierten Schüler ins Wanken gerät. Diese Konstellation macht deutlich, worum es dem Drama geht: nicht um Glauben als privates Anliegen, sondern um dessen Instrumentalisierung als Machtmittel gegenüber Mitschülern und Lehrkräften. Dass fast das gesamte Kollegium klein beigibt und nur eine einzelne Lehrerin Widerstand leistet, verschiebt den Fokus von einer Coming-of-Age-Erzählung hin zu einer Studie über institutionelle Konfliktscheu. Die Themen, die Benjamin angreift – Homosexualität, Scheidung, Evolutionslehre – sind bewusst so gewählt, dass sie klassische Reibungspunkte zwischen fundamentalistischer Auslegung und liberaler Bildung markieren. Der Film bleibt dabei auf das Drama als Genre beschränkt, ohne komödiantische oder thrillerhafte Zuspitzung, was auf eine ernsthafte, unaufgeregte Auseinandersetzung mit dem Stoff schließen lässt.
Einordnung & Wirkung
Mit einer Durchschnittsbewertung von 6,5 bei einer eher schmalen Stimmenbasis bewegt sich der Titel im soliden Mittelfeld dessen, was ein sozial grundiertes Drama an Publikumszuspruch erhalten kann. Seit dem Erscheinungsjahr 2016 sind mittlerweile neun Jahre vergangen, ohne dass sich die Aktualität des Konflikts zwischen religiösem Rigorismus und schulischer Aufklärung erkennbar abgeschwächt hätte. Innerhalb des Dramagenres positioniert sich der Film als Kammerspiel um Autorität, Glauben und Widerstand, das auf große Besetzung und äußere Handlung verzichtet und stattdessen auf die Zuspitzung eines einzelnen Konflikts setzt.
Bilder








Besetzung & Stab
- Petr Skvortsov als Veniamin
- Yuliya Aug als Mother
- Viktoriya Isakova als Elena Lvovna Krasnova, Biology Teacher
- Anton Vasilyev als Physical Education Teacher
- Aleksandr Gorchilin als Grisha
- Aleksandra Revenko als Lida Tkachenko
- Svetlana Bragarnik als School Director
- Nikolai Roshchin als Father Vsevolod
- Irina Rudnitskaya als History Teacher
- Marina Kleshchyova als School Caretaker
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Verfügbarkeit
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