Wasserball und Kommunismus (1989)
Zur Watchlist hinzufügenKurzüberblick
| Regie | Nanni Moretti |
|---|---|
| Genre | Komödie, Drama |
| Laufzeit | 89 Minuten |
| Erscheinungsdatum | 1989-09-15 |
| TMDB-Bewertung | 7,2 (286 Stimmen) |
Worum es geht
Michele ist Abgeordneter der italienischen Kommunistischen Partei, als ihn ein Autounfall das Gedächtnis kosten lässt. Bemerkenswert ist, wie wenig sein Umfeld davon Notiz nimmt – man lässt ihn seinen Alltag weiterführen, als sei nichts geschehen. Am Vorabend einer entscheidenden Wahl trägt sich ein Wasserballspiel zu, während dessen Michele stückweise seine Erinnerungen zurückgewinnt. Was dabei zutage tritt, ist weniger eine simple Krankengeschichte als das Bild eines Mannes, dessen persönliche Verwirrung sich mit einer politischen Sinnsuche verschränkt. Der Film hält offen, wie diese Selbstfindung endet.
Entstehungsgeschichte
Der Film stammt aus dem Jahr 1989 und wurde von Nanni Moretti inszeniert, der auch die Hauptrolle des Michele übernahm. An seiner Seite stehen Silvio Orlando, Asia Argento und Mariella Valentini. Eine Altersfreigabe ist nicht bekannt.
Hinter den Kulissen
Die Kombination aus Komödie und Drama passt zu einem Stoff, der eine private Amnesie mit einer kollektiven politischen Identitätskrise kurzschließt. Dass der Gedächtnisverlust eines Politikers kaum auffällt, ist selbst schon eine Pointe – sie deutet an, wie sehr Funktion und Person auseinanderfallen können, ohne dass es jemandem auffällt. Das Wasserballspiel als Rahmenhandlung, die zeitlich mit einer Wahl zusammenfällt, verbindet Sport, Erinnerung und Politik zu einer Versuchsanordnung, in der Michele sich selbst und seine Partei gleichermaßen neu begreifen muss. Die Besetzung mit Moretti selbst in der Hauptrolle legt nahe, dass der Film aus einer sehr persönlichen, unmittelbaren Perspektive auf sein Thema blickt.
Einordnung & Wirkung
Mit einer Bewertung von 7,2 bei einer noch vergleichsweise kleinen, überschaubaren Stimmenbasis bewegt sich der Film im oberen Mittelfeld dessen, was Zuschauer für sich als sehenswert markieren, ohne dass sich daraus eine breite Resonanz ablesen ließe. Seit seiner Entstehung 1989 sind mittlerweile 36 Jahre vergangen, was ihn zeitlich in eine Phase italienischer Politik und Kinogeschichte stellt, die aus heutiger Sicht historisch gelesen werden kann. Innerhalb der Schnittmenge von politischer Komödie und Charakterdrama nimmt er mit seiner Verbindung von Gedächtnisverlust und Parteikrise einen eigenständigen Platz ein.
Bilder



Besetzung & Stab
- Nanni Moretti als Michele Apicella
- Silvio Orlando als Mario
- Asia Argento als Valentina Apicella
- Mariella Valentini als Giornalista
- Alfonso Santagata als Ossessivo
- Claudio Morganti als Ossessivo
- Eugenio Masciari als Arbitro
- Mario Patanè als Simone
- Antonio Petrocelli als Fascista
- Remo Remotti als Santone di Mario
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