Der Weg der Arbeiterklasse ins Paradies (1971)
Zur Watchlist hinzufügenKurzüberblick
| Regie | Elio Petri |
|---|---|
| Genre | Drama |
| Laufzeit | 120 Minuten |
| Erscheinungsdatum | 1971-09-17 |
| TMDB-Bewertung | 7,8 (393 Stimmen) |
Trailer
Worum es geht
Lulù Massa ist in seiner Fabrik das Maß aller Dinge, zumindest wenn es um Stückzahlen geht. Fünfzehn Jahre hat er gebraucht, um zum Vorbild für effektives Arbeiten zu werden, und dieser Ruf hat einen Preis. Die Kollegen mögen ihn nicht, weil sein Tempo zum Maßstab für alle wird. Zu Hause leidet das Familienleben, und auch seine Gesundheit hält der ständigen Jagd nach höheren Fertigungszahlen nicht unbegrenzt stand.
Als Teile der Belegschaft in den Streik treten, prallen die Argumente der Streikenden an Massa ab. Studenten schreien ihre Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen und höheren Löhnen durch Megafone, doch er geht wie jeden Morgen stur an seinen Platz. Erst ein Unfall bringt die Wende: Dauerhaft übermüdet, verliert er einen Finger. Danach kippt seine Haltung vollständig, und der Mann, der eben noch jede Parole ignorierte, schließt sich den Streikenden an und wird zu ihrem Wortführer.
Entstehungsgeschichte
Elio Petri führte Regie bei diesem Drama aus dem Jahr 1971, das international als „The Working Class Goes to Heaven“ bekannt ist. Zum Ensemble gehören Gian Maria Volonté, Mariangela Melato, Salvo Randone und Gino Pernice. Der Film ist als reines Drama angelegt und verzichtet damit auf die Entlastung durch komödiantische oder spannungsgetriebene Genremuster.
Hinter den Kulissen
Arbeiterklasse, Streik und Gewerkschaft bilden das thematische Gerüst, und die Geschichte behandelt sie nicht als Kulisse, sondern als Kern. Auffällig ist die Wahl der Hauptfigur: Erzählt wird nicht aus der Sicht eines überzeugten Aktivisten, sondern aus der eines Mannes, der das System zunächst verkörpert und verteidigt. Dadurch wird die Wandlung selbst zum eigentlichen Gegenstand.
Die Verletzung am eigenen Körper ist dabei mehr als ein dramaturgischer Wendepunkt. Sie macht sichtbar, was Akkordarbeit kostet, und übersetzt eine abstrakte Debatte über Arbeitsbedingungen in ein unmittelbares Bild. So verbindet der Film soziales Bewusstsein mit einer Anlage, die deutlich zur sozialen Allegorie tendiert: Massa steht nicht nur für sich selbst, sondern für eine ganze Klasse von Arbeiterinnen und Arbeitern.
Einordnung & Wirkung
Mit 7,8 von 10 Punkten fällt die Bewertung ausgesprochen hoch aus. Sie stützt sich auf einige hundert Stimmen, eine überschaubare, aber keineswegs zufällige Basis für ein Werk dieses Alters. Seit dem Erscheinen sind 55 Jahre vergangen, und doch haben die Fragen nach Leistungsdruck, Erschöpfung und Solidarität wenig von ihrer Dringlichkeit verloren. Im Feld des politischen Dramas nimmt der Film eine klar umrissene Stellung ein, weil er den Konflikt am Arbeitsplatz mit den Folgen für Familie und Gesundheit eines Einzelnen verknüpft.
Bilder








Besetzung & Stab
- Gian Maria Volonté als Lulù Massa
- Mariangela Melato als Lidia
- Salvo Randone als Militina
- Gino Pernice als Sindacalista
- Luigi Diberti als Bassi
- Mietta Albertini als Adalgisa
- Donato Castellaneta als Marx
- Adriano Amidei Migliano als Tecnico
- Guerrino Crivello als Cronometrista
- Ezio Marano als Capo Operai
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