Der Laden auf dem Korso (1965)
Zur Watchlist hinzufügenKurzüberblick
| Regie | Ján Kadár |
|---|---|
| Genre | Drama, Kriegsfilm |
| Laufzeit | 124 Minuten |
| Erscheinungsdatum | 1965-06-24 |
| Einspielergebnis | 1.450.000 $ |
| TMDB-Bewertung | 7,1 (232 Stimmen) |
Trailer
Worum es geht
Anton Brtko ist Tischler in einer kleinen slowakischen Stadt und will sich während des Zweiten Weltkriegs möglichst aus allem heraushalten. Den örtlichen Anhängern der faschistischen Bewegung begegnet er innerlich mit Spott, doch seine Frau Evelyn und sein Schwager Markus, ein lokaler Anführer der Faschisten, lassen ihm wenig Ruhe. Als Markus ihm anbietet, als „Arisierer“ die Kurzwarenhandlung der alten, gehörlosen Frau Lautmann zu übernehmen, gerät sein Leben aus dem Gleichgewicht. Während Evelyn von Wohlstand träumt, versucht Anton der alten Frau klarzumachen, dass sie wegen ihrer jüdischen Herkunft aus dem eigenen Geschäft verdrängt wird. Weil sie ihn kaum versteht, entsteht zwischen beiden stattdessen eine stille Zuneigung. Im Laden entfalten sich beinahe komische Alltagsszenen, während draußen die antisemitische Stimmung stetig zunimmt.
Entstehungsgeschichte
„Der Laden auf dem Korso“ entstand 1965 unter der Regie von Ján Kadár. In den Hauptrollen sind Ida Kamińska, Jozef Kroner, František Zvarík und Hana Slivková zu sehen. Der Film verbindet Drama und Kriegsfilm miteinander.
Hinter den Kulissen
Die Kombination aus Drama und Kriegsfilm zeigt sich in der Anlage der Geschichte selbst: Statt Schlachten oder direkte Gewalt in den Mittelpunkt zu stellen, verlagert der Film den Krieg in den engen Raum eines Ladens und in das Verhältnis zweier Menschen. Die comichaften Szenen im Geschäft stehen dabei bewusst im Kontrast zur wachsenden Bedrohung außerhalb, was die Erzählung zunehmend spannungsreich macht, ohne dass sich Ton oder Perspektive plötzlich ändern. Dass die Handlung an Nebenfiguren wie Evelyn und Markus persönliche Motive – Gier, Machtstreben – knüpft, verlagert die Verantwortung weg von einer anonymen Ideologie hin zu konkretem menschlichem Verhalten.
Einordnung & Wirkung
Auf Basis von 231 abgegebenen Stimmen liegt die Durchschnittsbewertung bei 7,1 von 10 – eine solide, aber noch schmale Bewertungsbasis. Seit der Entstehung des Films 1965 sind inzwischen sechzig Jahre vergangen, was ihn innerhalb des Kriegsfilm-Genres zu einem frühen Beispiel macht, das den Holocaust nicht über Frontgeschehen, sondern über ein kleinstädtisches Alltagsverhältnis verhandelt.
Bilder








Besetzung & Stab
- Ida Kamińska als Rozalia Lautmannová
- Jozef Kroner als Antonin 'Tono' Brtko
- František Zvarík als Markus Kolkocký
- Hana Slivková als Evelyna Brtková
- Martin Hollý als Imro Kuchár
- Elena Zvaríková-Pappová als Ruzena Kolkocká
- Martin Gregor als Jozef Katz
- Adam Matejka als Piti Báci
- Mikuláš Ladižinský als Marian Peter
- Alojz Kramár als Balko
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