Der Golem, wie er in die Welt kam (1920)
Zur Watchlist hinzufügenKurzüberblick
| Regie | Carl Boese |
|---|---|
| Genre | Fantasy, Horror |
| Laufzeit | 87 Minuten |
| Erscheinungsdatum | 1920-10-29 |
| TMDB-Bewertung | 7 (249 Stimmen) |
Trailer
Worum es geht
Im Prager Ghetto des 16. Jahrhunderts erkennt Rabbi Löw beim Blick in die Sterne, dass der jüdischen Gemeinschaft ein Unglück bevorsteht. Nach einer alten Legende formt er aus Lehm eine übermenschliche Gestalt, den Golem, und erweckt sie mit magischen Kräften zum Leben. Die Figur bewahrt den Kaiser vor dem Tod, woraufhin dieser den Befehl zur Vertreibung der Juden aus der Stadt zurücknimmt. Damit hätte der Golem seine Aufgabe erfüllt, doch Löws Assistent setzt ihn für eigene Zwecke gegen einen Rivalen ein. Der Golem gerät außer Kontrolle, wütet durch die Straßen und legt Feuer. Wie die Bedrohung schließlich endet, bleibt hier unerwähnt.
Entstehungsgeschichte
Der Film entstand 1920 unter der Regie von Carl Boese. In den Hauptrollen sind Paul Wegener, Albert Steinrück, Lyda Salmonova und Ernst Deutsch zu sehen. Es handelt sich um einen Spielfilm, der Fantasy- und Horrorelemente miteinander verbindet.
Hinter den Kulissen
Die Verbindung von Fantasy und Horror zeigt sich bereits in der Anlage des Stoffes: Eine übernatürliche Schöpfung, die zunächst als Beschützer gedacht ist, kippt in eine bedrohliche Kraft um, die sich der Kontrolle ihres Schöpfers entzieht. Diese Struktur – gute Absicht, Missbrauch durch einen Dritten, Eskalation – trägt die gesamte Erzählung. Auffällig ist, dass die Erlösung am Ende nicht von den mächtigen Figuren der Geschichte ausgeht, sondern von einem Kind, das den Golem durch eine einfache Geste bezwingt. Damit steht der Kindfigur eine Rolle zu, die den erwachsenen, gelehrten oder herrschenden Figuren verwehrt bleibt, ein Kontrast, der die Anlage des Stoffes prägt.
Einordnung & Wirkung
Mit einer Durchschnittsbewertung von 7,0 bei einer noch überschaubaren Zahl abgegebener Stimmen bewegt sich der Film in einem soliden, aber nicht überwältigend breiten Meinungsbild. Seit seiner Entstehung 1920 liegen mittlerweile mehr als hundert Jahre zurück, was ihn zu einem der frühesten Beiträge im fantastischen Genre überhaupt macht, in einer Zeit, in der Horror und Fantasy als Filmgattungen erst Konturen gewannen. Innerhalb dieser Frühphase markiert er mit seiner Golem-Erzählung einen eigenständigen Stoff, der Magie, Verantwortung und die Frage nach der Beherrschbarkeit geschaffener Macht verhandelt.
Bilder








Besetzung & Stab
- Paul Wegener als The Golem
- Albert Steinrück als Rabbi Loew
- Lyda Salmonova als Miriam, the Rabbi's Daughter
- Ernst Deutsch als Rabbi Famulus
- Hans Stürm als Rabbi Jehuda, the Elder of the Community
- Max Kronert als Temple Servant
- Otto Gebühr als Emperor
- Dore Paetzold als Emperor's Concubine
- Lothar Müthel als Knight Florian
- Greta Schröder als Young Woman with Rose
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