Claude Lanzmann
Werdegang
Claude Lanzmann wurde am 27. November 1925 in Paris geboren und starb am 5. Juli 2018 ebenda. Seine jüdische Familie war aus dem Russischen Reich nach Frankreich eingewandert. Während seine Familie sich im Zweiten Weltkrieg versteckt hielt, schloss er sich mit siebzehn Jahren gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder der französischen Resistance an und kämpfte in der Auvergne. Später sprach er sich gegen den französischen Algerienkrieg aus und unterzeichnete 1960 das Manifest der 121. Er war Chefredakteur der von Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir gegründeten Zeitschrift „Les Temps Modernes" und lehrte an der European Graduate School in Saas-Fee. 2009 veröffentlichte er seine Memoiren unter dem Titel „Le lièvre de Patagonie". Bekannt wurde er vor allem durch den Holocaust-Dokumentarfilm „Shoah" (1985), eine neuneinhalbstündige Oral History ohne historisches Archivmaterial, die ausschließlich auf Zeitzeugenberichten und zeitgenössischen Aufnahmen von Orten des Holocaust beruht. Zu den Interviewten zählten der polnische Widerstandskämpfer Jan Karski und der Historiker Raul Hilberg. Sein letztes Werk „Les Quatre Soeurs" erschien am 4. Juli 2018, einen Tag vor seinem Tod.
Filmografie bei uns
Im Katalog ist Claude Lanzmann mit einem einzigen Titel als Regisseur vertreten: „Shoah" aus dem Jahr 1985, dem einzigen von ihm gelisteten Werk. Es handelt sich um einen Dokumentarfilm mit historischem Schwerpunkt. Serien sind nicht enthalten, die Filmografie besteht ausschließlich aus diesem einen Kinowerk.
Einordnung
Der einzige gelistete Titel erreicht bei uns eine Bewertung von 8,2 von 10, was angesichts der geringen Titelzahl zugleich den Gesamtdurchschnitt seiner Filmografie darstellt. „Shoah" entstand sechzig Jahre nach Lanzmanns Geburt und ist zugleich ältester und neuester im Katalog vertretener Titel, sodass sich keine zeitliche Entwicklung innerhalb seines Schaffens nachzeichnen lässt, sondern lediglich dieses eine, hoch bewertete Werk vorliegt.