Marcel Camus
Werdegang
Marcel Camus wurde am 21. April 1912 in Chappes im französischen Département Ardennes geboren und starb am 13. Januar 1982 in Paris. Ursprünglich studierte er Kunst und wollte Kunstlehrer werden, doch der Zweite Weltkrieg unterbrach diese Pläne; einen Teil des Krieges verbrachte er in deutscher Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Rückkehr vermittelte ihm sein Onkel, der Schriftsteller Roland Dorgelès, Kontakte zu Filmschaffenden. Camus arbeitete daraufhin als Assistent unter anderem für Jacques Feyder, Luis Buñuel und Jacques Becker. 1958 reiste er auf Vorschlag des Produzenten Sacha Gordine nach Brasilien, um ein Theaterstück von Vinícius de Moraes zu verfilmen. Daraus entstand „Orfeu Negro", der die Liebesgeschichte von Orpheus und Eurydike in die Favelas von Rio de Janeiro während des Karnevals versetzte und den Palme d'Or in Cannes 1959 sowie den Oscar für den besten fremdsprachigen Film 1960 gewann. Camus drehte später weitere Filme mit brasilianischen Themen, die jedoch nicht an diesen Erfolg anschließen konnten. 1970 gelang ihm mit einer Kriegskomödie mit Bourvil noch ein großer kommerzieller Erfolg in Frankreich. Später arbeitete er vor allem für das Fernsehen.
Filmografie bei uns
Im Katalog sind zwei Filme von Marcel Camus als Regisseur verzeichnet, „Orfeu Negro" von 1959 und „Leo, der Kriegsheld" von 1970 – beide Spielfilme, keine Serien. Die Titel liegen elf Jahre auseinander und decken die Genres Drama, Liebesfilm, Abenteuer, Komödie und Kriegsfilm ab. Der älteste Titel entstand 47 Jahre nach seiner Geburt, der jüngste 58 Jahre danach.
Einordnung
Die beiden Titel sind bei uns mit 7,0 und 6,2 von 10 bewertet, im Schnitt 6,6. Der frühere Film schneidet dabei besser ab als der spätere. Insgesamt zeigt die schmale Katalogauswahl nur einen Ausschnitt aus über einem Jahrzehnt seines Schaffens.